Montag, 20.11.17
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Blei (Pb)   

Vor einigen Jahren veröffentlichte die amerikanische Umweltschutzorganisation – Environmental Protection Agency (EPA) – eine Liste der 250 gefährlichsten Substanzen. Darin werden Giftstoffe je nach Toxizitätsgrad aufgelistet, wobei Blei an zweiter Stelle steht! Im Vergleich: das als hochgiftig bekannte Zyankali nimmt Platz 24 ein.
Blei ist allgegenwärtig; selbst im Grönlandschnee konnte es nachgewiesen werden. Nach den Erlanger Wissenschaftler Lehnert und Szadkowski gibt es heute keine Nahrung mehr, die bleifrei ist. Die Resorption des aufgenommenen Blei liegt beim Erwachsenen bei ca 10%; bei Kindern bis zu 50%! Bereits 1988 gab die EPA bekannt, dass etwa 7% aller amerikanischen Kinder unter Verhaltensstörungen leiden die durch Bleibelastungen verursacht sind. Von dem resorbierten Blei wird bis zu 95% in Knochen und Zähnen gespeichert. Dort liegt es als schwerlösliches Bleiphosphat und kann durch Übersäuerung, Medikamente oder auch Knochenbrüche mobilisiert werden und Vergiftungserscheinungen auslösen. Blutarmut gilt somit als das häufigste Krankheitsbild der chronischen Bleibelastung durch Blockierung des Knochenmarks und somit des blutbildenden Systems.
Weiches Wasser, das sich früher in Bleirohren befand, war sehr bleihaltig und verursachte häufig Bleivergiftungen. Häuser die nach 1973 errichtet wurden sind nicht betroffen, denn seit dieser Zeit wurden in ganz Deutschland keine Bleirohre mehr verwendet. Historiker sind heute der Meinung, dass der Untergang des römischen Reiches mit einer schleichenden Bleivergiftung in Verbindung gebracht werden kann.

Ein schottisches Team des Stobhil Krankenhaus in Glasgow fand eine direkte Beziehung zwischen Bleizufuhr und geistiger Behinderung. Das Team studierte 154 Kinder; davon waren 77 geistig behindert, die restlichen wurden als normal bezeichnet. Teste zeigten, dass das Wasser von Haushalten der behinderten Kinder und ihre Blutwerte ausschließlich hohe Bleiwerte aufwies; bei den gesunden Kindern hingegen lagen die Bleiwerte im Blut im Normbereich.

Kinder, die großen Umweltbelastungen ausgesetzt sind, leiden oft unter Hyperaktivität und Lernschwierigkeiten. Wird eine mögliche Bleiüberlastung frühzeitig erkannt und auf therapeutischem Wege reduziert, so kann eine wesentliche Verbesserung verzeichnet werden. Eine hohe Bleizufuhr während der Schwangerschaft kann die geistige Entwicklung des Ungeborenen behindern, den Blei dringt durch die Placenta und erreicht somit den Fötus.


Vorkommen:
- Autoabgase: in 40 Liter verbleitem Benzin befinden sich etwa 6 g Blei. Bei  einer Jahreskilometerleistung von 20`000 ergibt das 300 g. Umgerechnet auf 10 Millionen Autos kann mit 3000 Tonnen Blei gerechnet werden.
- Industrielle Verschmutzung
- Trinkwasser
- Zigarettenrauch: Forscher veranschlagen, dass Rauchen für 25% der  täglichen Bleiaufnahme des Körpers verantwortlich ist
- Gewisse Kosmetika
- Ungeziefervertilgungsmittel
- Wandfarben

Symptome bei Kindern:
- Hyperaktivität, unkontrollierte emotionale Reaktionen (Wutanfälle etc.)
- Gewichtsabnahme
- Weinerlichkeit, Müdigkeit, Energielosigkeit, Ängstlichkeit, Teilnahmslosigkeit
- Lernschwierigkeiten
- Mangel an Ehrgeiz

Symptome bei Erwachsenen:
- Blutarmut
- Blassgraue Hautfarbe (sogenannte Bleiblässe)
- Gewichtsabnahme
- Muskelschmerzen
- Nervosität, Depression, Apathie
- Psychoneurosen, Angst- und Beklemmungsgefühle
- Schwindel, Kopfschmerzen
- neuromuskuläre Erkrankungen
- verminderte Widerstandsfähigkeit
- metallischer Geschmack im Mund
- Müdigkeit, Schlaflosigkeit, Alpträume