Der Darm – das zweite Gehirn

Geahnt haben es die Menschen immer – der Sitz der Gefühle liegt im Zentrum des Körpers. Dort wo Aufregung und Liebe „Schmetterlinge flattern“ lässt und Freude und Glück leise kribbeln. Wo Ärger einen Kloß erzeugt, Anspannungen „auf den Darm drücken“ und Ekel sich bis zum Erbrechen steigert. „Höre auf Deinen Bauch“ heißt es in Kursen für erfolgreiche Manager und Börsenmakler; Entscheidungen „aus dem Bauch heraus“ optimieren.
Und nun gibt die Wissenschaft ihnen allen Recht. Der Grund dafür, sagt der amerikanische Neurowissenschaftler Michael Gershon (Chef des Departements für Anatomie und Zellbiologie der Columbia University in New York), so unpassend das klingen mag: „da ist ein Gehirn in unserem Bauch!“.
Unser Darm ist umhüllt von mehr als 100 Millionen Nervenzellen; dies sind mehr Neurone als im Rückenmark. Dieses „zweite Gehirn“, so haben Neurowissenschaftler herausgefunden, ist quasi ein Abbild des Kopfhirns – Zelltypen, Wirkstoffe und Rezeptoren sind exakt identisch. Die größte Ansammlung von Nervenzellen außerhalb des Kopfes erledigt noch viel mehr als die an sich schon hochkomplexe Verdauungsleistung. Es ist auch eine Quelle psychoaktiver Substanzen, die mit Gemüts- und Stimmungslagen in Verbindung stehen, wie Serotonin, Dopamin und Opiaten.
Wir stehen am Anfang einer Revolution“ sagt Michael Gershon, denn neueste Forschungen zeigen, dass psychische Prozesse und das Verdauungssystem weitaus inniger gekoppelt sind, als wie man bisher gedacht hat. Der menschliche Verdauungsprozess bildet täglich neun Liter Sekret (Speichel, Magen-, Dünndarm-, Bauchspeicheldrüsen- und Gallensaft), welches den Dünndarm passiert und im Dickdarm über molekulare Pumpen dem Organismus zurückgeführt wird. Am Ende verlassen den Anus mit dem Stuhl nur sehr geringe Mengen Flüssigkeit – eine biochemische Meisterleistung. Im Laufe eines 75-jährigen Lebens wandern mehr als 30 Tonnen Nahrung und 50.000 Liter Flüssigkeit durch dieses Röhrensystem. „Das Herz ist dagegen eine primitive Pumpe“ erklärt Gershom. Das Bauchhirn steuere den Durchlauf „hochintelligent“: Millionen von chemischen Substanzen müssen während des Verdauungsprozesses analysiert, Millionen von Giften und Gefahren gemeistert werden. Und das über die größte Kontaktfläche mit der Außenwelt: „Wir sind innerlich ja hohl“ sagt der New Yorker Forscher, denn der Körper endet nach draußen nicht nur an der Haut, sondern auch an der Wand des Darms.

Das Darmhirn fühlt

Verborgen in der Darmwand liegen zwei hauchdünne Schichten eines komplexen Nervensystems und umhüllen den Verdauungstrakt wie Netzstrümpfe. Interessanterweise verlaufen 90% der Verbindungen zwischen Bauch und Kopf  von unten nach oben! Es herrscht eine reine Informationsflut aus dem Darmhirn. Experimente deuten darauf hin, dass außer bewussten Alarmsignalen – etwa Brechreiz bei Vergiftungen – vor allem unbewusste Botschaften in die Zentrale im Kopf eingespeist werden. Je tiefer Prozesse im Verdauungstrakt ablaufen, umso schwächer wird die Herrschaft des Kopfhirns. Mund, Speiseröhre und Magen lassen sich temporär noch „von oben“ beeinflussen. Aber spätestens ab dem Magenausgang übernimmt das Bauchhirn die Regie. Erst am Ende, am Rektum und Anus, nimmt das Kopfhirn mit bewusster Steuerung wieder Einfluss.
Das Denkorgan im Bauch ist ein unabhängiger Geist im Körper. Ein vibrierendes, modernes, Daten verarbeitendes Zentrum. Vor allem deshalb ist es bis heute ein äußerst schwieriges Unterfangen, Gedärme zu transplantieren: die große Anzahl von fremden Nerven- und Immunzellen, die mit dem Spenderorgan übertragen werden, ordnen sich dem Empfänger-Organismus besonders schwer unter. Aus diesem Grund befürchten Mediziner neben den gravierenden Abstoßungsreaktionen auch schwere psychische Irritationen. Denn das Darmhirn hat Macht: es kann die Daten seiner Sensoren selbständig erfassen und verarbeiten und es kontrolliert ein Set von Reaktionen! Es gibt den Nachbarorganen Anweisungen, koordiniert die Infektabwehr und die Muskelbewegungen, arbeitet organisiert und mit Kreisläufen. Und es ist in der Lage, unterschiedliche Zustände zu registrieren und adäquat darauf zu reagieren. Das zweite Gehirn hat alles, was ein integratives Nervensystem braucht – das Darmhirn denkt!


Eine gigantische Chemie-Fabrik: der Nervenbotenstoff Serotonin – das Glückshormon welches die Gemütslage beeinflusst – wird zu 95% in den Zellen der Darmwand synthetisiert und gelagert. Insgesamt werden mindestens 40 Nervenbotenstoffe produziert und exakt reguliert. Diese Moleküle sind wie Worte in einer komplizierten Sprache der Nervenzellen; und sie sprechen mit uns. Was dem Hirn geschieht bleibt dem Bauch nicht verborgen und umgekehrt. Bei einigen degenerativen Erkrankungen des Gehirns wie Creutzfeld-Jakob, Alzheimer und Parkinson, findet sich der gleiche Typ von Zellschäden sowohl im Kopf- wie im Bauchhirn. Hier sehen Forscher eine Möglichkeit zur besseren Frühdiagnostik.
Die Volkskrankheit „Reizdarm-Syndrom“ (Colon irritabile) stellt die Mediziner vor ein Rätsel: starkes Unwohlsein, Blähungen, Bauchschmerzen und Unregelmäßigkeiten beim Stuhlgang (von Verstopfung bis Durchfall). 20% der Bevölkerung sind davon betroffen und verursachen somit Kosten in Milliardenhöhe. Das Verdauungssystem der Betroffenen funktioniert nicht richtig, aber es sind keine krankmachender Befunde diagnostizierbar; alle Untersuchungen sind ohne pathologischen Befund. Deshalb werden Reizdarm Betroffene leider oft als hypochondrische Spinner abgetan. Dabei beruhen solche Erkrankungen auf einer neuronalen Fehlfunktion und mehr als 50 verschiedene Erkrankungen werden inzwischen mit solchen Fehlschaltungen in Verbindung gebracht. Das Bauchhirn entwickelt seine eigenen „Neurosen“.

Die effektivste Verteidigungslinie

Der Darm: das größte Immunorgan im Körper, in dem mehr als 70% aller Abwehrzellen sitzen. Gefährliche Erreger werden durch die effektivste Verteidigungslinie – die Darmwände – fern gehalten und ausgeschleust: rund die Hälfte des Kots besteht aus Bakterien, Viren und Pilzen. Eine große Anzahl von Abwehrzellen steht in direkter Verbindung zum Bauchhirn und sie lernen zwischen gut und böse zu unterscheiden. Diese Information wird gespeichert und bei Bedarf abgerufen. Vieles läuft völlig unabhängig vom Kopf ab. Gelangen allerdings Gifte in den Körper, „fühlt“ das Darmhirn die Gefahr und schickt sofort Alarmsignale ins Oberstübchen. Denn in Notsituationen soll das Gehirn im Schädel bereit sein, der Mensch sich seines Bauches bewusst werden und sich nach Plan verhalten – Erbrechen, Krämpfe, Entleerung.

Negative Gefühle hinterlassen ihre Spuren

Notsituationen wie Schmerz oder Ängste fühlen Menschen auch in der Leibesmitte; wenn die Zentrale im Kopf bewusst oder unbewusst die Last von Anspannung und Furcht wahrnimmt, dann informiert sie spezialisierte Immunzellen im Darm. Diese schütten Entzündungsstoffe wie Histamin aus, welche die Nervenzellen im Verdauungstrakt sensibilisieren und aktivieren; die Folge sind Muskelkontraktionen, welche Krämpfe und/oder Durchfall induzieren. Der Kreislauf verselbständigt sich und der fortwährende Beschuss mit Entzündungssubstanzen und Stresshormonen kann sogar zu Zellzerstörungen im Gehirn führen. Die „Endstation“ ist eine messbare Abnahme des limbischen Systems und des Frontalhirns – ein Phänomen, welches auch bei depressiven Menschen nachzuweisen ist. Versuche an Ratten belegen, dass Stress-Situationen bei Neugeborenen eine Hypersensitivität der Tiere aktivieren, welche sich in Symptomen ähnlich dem Reizdarmsyndrom zeigen. Und das stärkste Indiz für die verhängnisvolle Reaktionskette zwischen Darm und Psyche: 40% der Patienten mit Colon irritabile leiden, wie neueste Studien zeigen, an Angsterkrankungen und Depressionen.

Alle Ergebnisse deuten in die Richtung, dass im Darmhirn „die Essenz der Depression verborgen liegt“ und im Bauch „Stimmungen generiert werden“. Immer wenn der Darm kontrahiert, wenn er Serotonin oder andere Nervenbotenstoffe ausstößt, wenn er Immunzellen zur Arbeit bewegt, werden Daten über das Nervensystem nach oben geleitet. So entstehen Unwohlsein oder Heiterkeit, Müdigkeit oder Vitalität, schlechte oder gute Laune. Der Bauch macht die Stimmung!

 

Die Colon-Hydro-Therapie – die sanfte Darmreinigung

Was ist die Colon-Hydro-Therapie?

Die Colon-Hydro-Therapie ist eine aus den USA bekannte und dort seit Jahrzehnten mit Erfolg durchgeführte Möglichkeit der Darmreinigung und –sanierung. Die Colon-Hydro-Therapie wurde ursprünglich für die Weltraumforschung entwickelt und findet seit Beginn der 80ger Jahre Verwendung in der Medizin.
Die meisten Menschen leiden an gestörter Symbiose – der so genannten Dysbiose – einer Störung der natürlichen Lebensgemeinschaft von Bakterien und Mensch. Durch sterilisierte und denaturierte Lebensmittel, fehlerhafter Ernährungs- und Lebensweise, Umweltbelastung, Gifte und Missbrauch von Medikamenten (u.a. Antibiotika, Cortison) wird das Gleichgewicht zwischen Organismus und Bakterien zerstört. Die Folge ist das Erlahmen der Abwehrkräfte im Körper.  Mehr als 70 % der Bevölkerung haben einen gestörten Stoffwechsel durch das Übergewicht krankheitsfördernder Darmbakterien. Gifte und Abfallstoffe werden nicht mehr ausreichend abgebaut und ausgeschieden und es entsteht ein Sauerstoffdefizit an der Zelle. Es kommt zwangsläufig zur Autointoxikation = Selbstvergiftung.

Wirkungsweise

Die Colon-Hydro-Therapie entfernt auf wirksame Weise angesammelten, stagnierten Stuhl und Fäulnisstoffe von den Wänden des Darmes. Dieser natürliche Säuberungsprozess bewirkt, dass u.g. Symptome, die entweder direkt oder indirekt mit Toxinbelastungen und dem Nichtfunktionieren des Darmes zusammenhängen, beseitigt werden.

Bei welchen Erkrankungen ist die schonende Darmreinigung angezeigt?

• Migräne, Kopfschmerzen, Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen, Depressionen, Angstzustände

• Allergien, Heuschnupfen, Hauterkrankungen, Neurodermitis, Ekzeme, Psoriasis, Akne

• Asthma bronchiale, Bronchitis, Nasennebenhöhlenentzündung, Grippe, Fieber, wiederkehrende Infekte

• Autoimmunerkrankungen, Immunschwäche, Vitalitätsverlust, chron. Müdigkeit, Burn-Out-Syndrom, Streß, Multiple Sklerose

• Reizdarm, Verstopfungen, chron. Durchfall, Blähungen, Völlegefühl, Darmpilzerkrankungen, Sodbrennen

• Rheuma, Gelenkbeschwerden, Rückenschmerzen, Gicht, Fibromyalgie, Neuralgien

• Schwindel, Tinnitus, Herzrhythmusstörungen, erhöhtes Cholesterin, Bluthochdruck, orthostatische Dysregulation

• Diabetes mellitus, Übersäuerung, u.v.m.

Durchführungsweise

Der Patient liegt bequem in Rückenlage auf einer weichen Behandlungsliege. Durch ein Kunststoff-Röhrchen wird warmes Wasser in den Darm eingeleitet und über ein geschlossenes System mittels eines Abflussschlauches wieder ausgeleitet. Das geschlossene System garantiert eine Behandlung ohne unangenehme Begleiterscheinungen in Form von Gerüchen, etc. Durch eine sanfte Bauchdeckenmassage kann der Therapeut vorhandenen Problemzonen ertasten und das einfließende Wasser genau in diesen Bereich lenken. Die Colon-Hydro-Therapie ermöglicht dadurch eine intensive sowie gründliche Reinigung und Sanierung des Dickdarmes, wie dies anderweitig nicht möglich ist.
Die Colon-Hydro-Therapie erzeugt normalerweise keine Schmerzen oder Krämpfe und wird von den Patienten als äußerst angenehm und wohltuend empfunden.

 

Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten (Kurzfassung)

Warum gesunde Ernährung krank machen kann:

Seit einigen Jahren ist es möglich, Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten im Blut nachzuweisen. Die Symptome einer Unverträglichkeit sind viel unspezifischer als die einer klassischen Allergie, denn bei der Allergie reagiert das Immunsystem zeitlich sofort und mit deutlichen Symptomen, z.B. über Atemnot, Hautauschläge, tränende Augen, Schwellungen, u.v.m. Besteht hingegen keine Allergie sondern eine Unverträglichkeit, reagiert der Körper über eine andere immunologische Schiene und die Symptome sind sehr unspezifisch und haben keinen direkten zeitlichen Zusammenhang zur Zufuhr der auslösenden Substanz. Deswegen sind Unverträglichkeiten klinisch kaum zu erfassen; sie können nur über Antikörper (IgG) im Blut bestimmt werden.

Unverträglichkeiten entstehen aufgrund verschiedener Faktoren. Dazu gehören die industrielle Fertigung von Nahrungsmitteln, Stress, Umwelteinflüsse, toxische Belastungen wie z.B. Schwermetalle, Medikamente und einseitige Essgewohnheiten. Dadurch wird die Funktion des Darmes negativ beeinflusst und es entwickeln sich fehlgeleitete Abwehrreaktionen (Antikörper) gegen Substanzen, die normalerweise ungiftig sind. Diese Immunreaktionen schädigt nachhaltig den Körper, den sie hat das Ziel, den als körperfremd identifizierten „Eindringling“ schnell unschädlich zu machen. Dazu werden Enzyme, freie Radikale und Giftstoffe freigesetzt, die den „Eindringling“ bekämpfen und auflösen. Leider wird dadurch auch das umliegende Gewebe geschädigt, da es ebenfalls diesen aggressiven Stoffen ausgesetzt ist und eine chronische Entzündung ist die Folge.

Typische Erscheinungssymptome können sein: chronische Krankheiten ungeklärter Entstehung, chronische Entzündungen der Gelenke und Muskulatur, Magen-Darm-Beschwerden, Hautprobleme wie Akne und Neurodermitis, Migräne und chronische Kopfschmerzen, chronische Müdigkeit, Übergewicht und Bluthochdruck unklarer Ursache.

Nach der serologischen Bestimmung der Antikörper ist die Therapie die konsequente Vermeidung der unverträglichen Nahrungsmittel. Der Zeitraum ist abhängig von der bei der Blutanalyse gemessenen Reaktionsstärke und kann zwischen 2 Monaten bis zu einem Jahr dauern – in seltenen Fällen sogar lebenslang.

Immunreaktion auf Nahrungsmittel (große Fassung)

Was ist eine „Immunreaktion auf Lebensmittel“ und wie entsteht sie?

Die Verdauung beginnt im Mund
Ein Apfel ist an sich ein gesundes Lebensmittel; er ist reich an Vitaminen, Mineralien und Ballaststoffen und stammt vielleicht sogar aus kontrolliert biologischem Anbau. Wird er gegessen, führt ihn sein Weg durch einen komplexen Verdauungsprozess, der im Mund beginnt und im Magen und Darm fortgesetzt wird. Die Nährstoffe werden vom Körper aufgenommen, der „Abfall” wird entsorgt.

Die Schutzfunktion des Darmes
Der Darm hat neben seiner Verdauungsfunktion auch die Aufgabe, das Körpergewebe vor dem extrem aggressiven Darminhalt zu schützen. Ein Stahlrohr wäre nicht in der Lage, den ätzenden Verdauungsbrei zu transportieren, ohne dabei Schaden zu nehmen. Dem Darm gelingt das durch eine sich selber ständig erneuernde Darmwand. Alte Zellen sterben ab, neue wachsen nach. So verhindert der Körper, dass er sich selbst verdaut. Eine Schicht von Mikroorganismen und von Schleim komplettiert den Schutz und sorgt für eine vollständige Verdauung des Apfels.

Die Schutzfunktion des Darmes kann gestört werden
Einseitig saure Ernährung, Einnahme von Antibiotika, Belastung durch Umweltgifte und andere Faktoren stören das mikrobiologische Gleichgewicht. Die Folge davon ist eine Kaskade von ineinander verschachtelten Reaktionen, an deren Ende als Ergebnis die erhöhte Durchlässigkeit der Dünndarm-Schleimhaut steht. Man spricht hier von „Permeabilitätsstörung” bzw. „Leaky Gut Syndrom”. Die Öffnungen in der Schleimhaut sind zwar nur unter dem Mikroskop zu erkennen, sind aber groß genug, dass unverdaute Lebensmittelpartikel mit körpereigenem Gewebe in Kontakt kommen können.

Der Apfel wird zum Eindringling
Nehmen wir an, der Apfel wird nicht vollständig verdaut und die Dünndarmschleimhaut ist durchlässig geworden. Durch die feinen Öffnungen kommen jetzt Apfelpartikel mit dem Immunsystem des Körpers in Kontakt. Die abwehrbereiten Zellen erkennen das Apfelprotein (Eiweißbestandteile des Apfels) als feindlichen Eindringling und antworten darauf mit einer Immunreaktion (Abwehrreaktion). Der Stoff, der diese Reaktion vermittelt, heißt IgG (Immunglobulin G) und ist ein Abwehreiweißstoff, der wiederum von eigenen Abwehrzellen hergestellt wurde.

Der Körper kann mit Abwehr reagieren
Das Immunsystem erkennt Fremd-Eiweiße. Das können Viren, Bakterien oder aber auch unverdaute Nahrungsmittelpartikel sein. Alle behandelt der Körper wie Krankheitserreger. So auch unseren Apfel. Um die vermeintlichen Eindringlinge unschädlich zu machen, produzieren eigene Abwehrzellen (Lymphozyten) nun Antikörper (Abwehreiweiße). Diese Antikörper sind Spezialisten. Sie erkennen dieses Apfeleiweiß immer wieder (auch dann, wenn es nur in kleineren Mengen vorkommt), nachdem einmal ein Kontakt stattgefunden hat. Das Apfeleiweiß hinterlässt somit seine Spuren im Immunsystem, indem ein Erinnerungsmechanismus gestartet wurde. Hier sprechen wir von einer „Immunreaktion auf Nahrungsmittel”.

Essen kann krankmachen
Immunreaktionen auf Nahrungsmittel können das Entstehen unterschiedlicher Krankheitsbilder begünstigen: z. B. Magen-Darm-Beschwerden, Migräne, rheumatische Erkrankungen, Hauterkrankungen, Schlafstörungen, Kreislaufbeschwerden, Übergewicht.

Die Folgen zeigen sich verzögert
Immunreaktionen, die durch oben beschriebene Antikörper auf Nahrungsmittel gestartet werden, verbleiben deshalb meist unbemerkt, da eventuelle Beschwerden (Symptome) bis 72 Stunden verzögert auftreten können. Somit kann es sehr schwierig für den Patienten sein, z. B. Kopfschmerzen, Unwohlsein, Herzrasen oder Hautjucken mit dem Verzehr eines bestimmten Nahrungsmittels in Verbindung zu bringen. Der Körper kann so eventuell fortwährend mit Lebensmitteln belastet werden, gegen die er eine Abwehr entwickelt hat. Das Immunsystem (Abwehrsystem) kann so überlastet werden.

Gesunde Ernährung ist individuell
Wer die Nahrungsmittel kennt, auf die sein Immunsystem reagiert und sich dementsprechend ernährt, lebt gesünder. Eine individuell angepasste Ernährung steigert das allgemeine Wohlbefinden. Gute Gründe, eine Untersuchung zu machen, die Immunreaktionen gegen Nahrungsmittel aufdeckt, die Ernährung daraufhin umzustellen, um dabei die eigene Erfahrung zu machen, welche Lebensmittel mit eigenen Beschwerden in Verbindung stehen und diese dann zu eliminieren.

Die Darmschleimhaut, ein lebenswichtiges Organ
Die Schleimhaut, die die Verdauungsorgane auskleidet, ist extremen Belastungen ausgesetzt: Säuren, Proteinen (Eiweiße), Alkohol, Fetten, Bakterien, Umweltgiften etc., eine enorme Vielfalt von Stoffen wirkt auf Magen und Darm des Menschen ständig ein. Oft werden scharfe Getränke oder schwer verdauliche Speisen genossen, sodass der Verdauungstrakt keinerlei Ruhezeit und Regenerationsmöglichkeit hat. Darüber hinaus sind viele Nahrungsmittel auch eine Art Beherbergungsstätte für schädliche Keime wie Bakterien und Pilze, die den Körper enorm belasten können.

Der Verdauungstrakt hat ein ausgeklügeltes System der Immunabwehr (Abwehr durch Abwehrsystem), das aber, so wie der Körper insgesamt, nicht unbegrenzt leistungsfähig ist. Um diesen Belastungen standzuhalten, ist die Darmschleimhaut besonders aufgebaut. Die Zellen müssen ja Nahrungsstoffe, die sich im Darminhalt befinden aufnehmen und in die unter dem Darmgewebe liegenden Blutgefäße weiterleiten. Die Nahrungsstoffe werden aufgeschlossen, nachdem sie mechanisch (durch das Zerkauen) zerkleinert worden waren. Eiweiß-, Fett- und Kohlehydrate (Zuckerstoffe) werden in kleine, lösliche Bestandteile zerlegt und danach aufgenommen (resorbiert).

Das aggressive Milieu der Verdauungsenzyme (Substanzen, die die Nahrung zerlegen, aufschlüsseln) bewirken, dass auch die Darmschleimhaut selbst verdaut würde. Deshalb produzieren gesunde Zellen eine sich ständig erneuernde Schleimschicht. Zusätzlich aber müssen sich die Epithelzellen (die Zellen, welche die Darminnenwand auskleiden) ständig regenerieren. Die Darmschleimhaut ist stark gefaltet und es werden ständig neue Zellen gebildet und abgestorbene ständig abgestoßen.
Der programmierte Zelltod, die Apoptose, legt das Lebensalter einer Darmzelle fest, das in jedem Darmabschnitt unterschiedlich ist. Die Halbwertszeit (in diesem Falle die Überlebenszeit der Zelle) der Epithelzellen (Schleimhautzellen) beträgt im Zwölffingerdarm manchmal nur eine Stunde und im Dickdarm mehrere Wochen.

Es ist klar, dass das Gleichgewicht von sterbenden und nachgewachsenen Zellen höchst empfindlich, aber absolut lebensnotwendig ist. Sterben mehr Zellen ab, als nachgebildet werden, so kommt es zu einer entzündlichen Reaktion. Ist die Zellteilung zu stark angeregt, kann es zu unkontrolliertem Zellwachstum kommen.

Immunreaktionen im Darm
Unsere Ernährung erfordert, dass wir über den Darm mit körperfremden Stoffen in intensiven und unmittelbaren Kontakt kommen. Die gesamte Energiezufuhr zur Aufrechterhaltung aller Körperfunktionen erfolgt über den Verdauungstrakt, dessen Oberfläche insgesamt wesentlich größer ist als die gesamte Haut. Es ist klar, dass eine so große Kontaktfläche (30000 Quadratmeter!) vor möglichen Krankheitserregern besonders gut geschützt sein muss. Der Verdauungstrakt hat das am besten ausgebildete Immunsystem des gesamten Körpers. So befinden sich 75-80 Prozent des Abwehrsystems (Immunsystems) im Darm und seiner Umgebung.

Immunsystem und Darm
In die Pfortader, jenes Blutgefäß, welches das nährstoffreiche Blut aus dem Darm in die Leber bringt, ist die Milz eingeschaltet, das größte Organ der Immunabwehr überhaupt. Das Bauchfell enthält zahlreiche Lymphknoten (der Mensch besitzt ca. 1000 davon, es sind sozusagen die Wohnstätten der spezifischen Abwehrzellen) und unterhalb der Darmschleimhaut befinden sich zahllose Zellen des Abwehrsystems (Immunsystem). Auch bei einer gesunden Darmschleimhaut ist dieses ausgeklügelte System ständig einer beachtlichen Belastung ausgesetzt.
Ist der Darm aber erkrankt, kann es zu starken gesundheitlichen Beeinträchtigungen kommen. Besonders bei Permeabilitätsstörungen, einer erhöhten Durchlässigkeit der Schleimhaut, können unverdaute Nahrungsmittel mit dem Immunsystem in Kontakt treten und Abwehrreaktionen auslösen. Dies macht deutlich, wie wichtig eine ausgewogene optimierte Ernährung ist.

Die Abwehrreaktion (Immunabwehr) im Darm
Wie alle Organe, bei denen unmittelbarer Kontakt zu eingebrachten Stoffen besteht, existiert auch im Darm ein kompliziertes Abwehrsystem. Das Bindegewebe, das unmittelbar unterhalb der Schleimhaut liegt, enthält zahlreiche Zellen der Körperabwehr (Immunabwehr), auch die für allergische Reaktionen bedeutsamen Mastzellen. Der Dünndarminhalt ist aufgrund der Säure, die mit dem Magensaft zum Verdauungsbrei gekommen ist, weitgehend steril. Am Beginn des Blinddarmes ist der Wurmfortsatz als besonderes Organ der Immunabwehr (=Bauchmandel) ausgebildet.
Im Dünndarm, dem eigentlichen Ort der Aufnahme von Nahrungsstoffen in die Blutbahn, spielen vor allem die oben erwähnten freien Bindegewebszellen eine große Rolle. Insbesondere wenn große Mengen von schwer aufzuschließender Nahrung in den Dünndarm gelangen, können die Verdauungssäfte (Enzymsäfte) nicht voll wirksam werden, es entstehen nur Bruchstücke der Nahrungsstoffe, die eigentlich noch zu groß sind, um von den Darminnenwandzellen (Epithelzellen) aufgenommen werden zu können. Wenn nun auch noch eine Schädigung der Schleimhautzellen (Epithels), können nur teilweise zerlegte Nahrungsstoffe direkt mit Zellen des Abwehrsystems in Kontakt kommen. Dort kann es zu einer Reaktion mit den Abwehrzellen kommen; diese Zellen „lernen” Antikörper gegen bestimmte Nahrungsmittel zu bilden. Bei häufiger Exposition zu dem nun erkannten Fremdeiweiß kann es zu einer immer stärker werdenden Immunabwehr kommen, obwohl das Nahrungsmittel als solches eigentlich gar nicht giftig ist. Nach langfristigem Kontakt der Abwehzellen mit dem Nahrungs- oder Fremdeiweiß können Antikörper (Immunglobuline der Klasse IgG) gegen Nahrungsmittel gebildet und daraufhin auch nachgewiesen werden.

Ein Problem solcher Immunreaktionen (manifestierter IgG-Reaktionen) auf Nahrungsmittel ist der Umstand, dass zahlreiche Eiweiße (Proteine) der Nahrung körpereigenen Eiweißen (Proteinen) ziemlich ähnlich sind. Hier seien insbesondere Muskeleiweiße und Bindegewebseiweiße erwähnt. IgG ist ein Antikörper, das im Blut des ganzen Körpers verteilt ist. Zahlreiche sogenannte Autoimmunkrankheiten (Erkrankung bei der es zur Abwehrreaktion gegen körpereigene Zellen kommt) werden daher neuerdings auch in Zusammenhang mit Nahrungsmittelreaktionen gesehen. Hier sind z. B. rheumatische Krankheiten, aber auch degenerative (Abnutzungs- oder Verschleißerkrankungen) Erkrankungen des Bewegungsapparates im Blickpunkt des wissenschaftlichen Interesses.

Diagnose von Immunreaktionen auf Nahrungsmittel
Das Hauptproblem von Abwehrreaktionen auf Nahrungsmittel ist der oft subtile Krankheitsverlauf. Sind selbst kompensierbare Abwehreiweißspiegel (Antikörperspiegel) vorhanden, kann das auslösende Nahrungsmitteleiweiß (Antigen) relativ gut vom Körper unter Kontrolle gehalten werden. Werden nun die Mengen des konsumierten Fremdeiweißes und die darauf folgende Antikörperproduktion so hoch, dass diese nicht mehr kompensiert werden können, kann es zu Beschwerden (Symptomen) kommen, die auf den ersten Blick oft nichts mit dem Darm zu tun haben. Deshalb kann es schwierig sein, das oder die Antigene (Fremdeiweiß, das eine Immunreaktion auslöst) – oft ist es eine Kombination von verschiedenen Nahrungsmitteln, die zu Immunreaktionen führen – zu diagnostizieren.
Nachdem IgG ein einigermaßen gleichmäßig im Blut verteiltes Immunglobulin (Antikörper, also Abwehreiweiß, von eigenen Abwehrzellen gebildet) ist, bietet eine Untersuchung des Patientenserums eine gute Möglichkeit die Abwehrreaktionen verursachenden Nahrungsmittel zu bestimmen.

Beim Imupro-Test kann ein Profil der immunologisch auffälligen Nahrungsmittel erstellt werden, also eine Darstellung der Lebensmitteleiweiße, gegen die Antikörper produziert worden sind und daraufhin mit einer modernen Bildanalyse ausgewertet werden. So ist es möglich, einen Ernährungsplan zu erstellen, bei dem die positiv getesteten Lebensmittel eliminiert werden, mit dem inzwischen zum Teil erstaunliche Erfolge erzielt wurden.
Die Testbesprechung und Testauswertung erfolgt durch den Sie behandelnden Therapeuten.